Ich will in die Zeitung - aber womit?

Newsroom - Public & Customer Relations

Immer wieder werde ich gefragt „Was interessiert die Zeitungen eigentlich?“. Diese Frage ist im Grunde ganz einfach zu beantworten: Journalisten und Zeitungen interessiert, was Leser interessiert! Denn nur wenn die Themen die eine Zeitung bringt interessant sind für den Leser, wird die Zeitung gekauft.

Es gibt verschiedene Studien zu diesem Thema, die Quintessenz ist aber, das vor allem folgende 10 „Nachrichtenfaktoren“ existieren:

  1. Geografische Nähe
  2. (geplante) Aktualität
  3. Prominenz
  4. Fortschritt
  5. Human Interest
  6. Folgenschwere
  7. Dramatik
  8. Konflikt
  9. Kuriosität
  10. Sex/Liebe

Alle Informationen, die Sie verbreiten, sollten wenigstens einen dieser Nachrichtenfaktoren berücksichtigen. Denn ohne auch nur einen Nachrichtenfaktor ist Ihre Information schlichtweg uninteressant. Dies können Sie sich aber zu Nutze machen, denn Sie können anhand der Nachrichtenfaktoren natürlich Nachrichten „finden“.

  1. Die geografische Nähe und die Aktualität sind z.B. bei Gründungen oder Geschäftsübernahmen interessant. Also verpassen Sie diese erste Chance nicht!
  2. In strukturschwachen Gegenden ist die Schaffung von mehreren Arbeitsplätzen relevant wegen der Nähe und wegen des Fortschritts. Denn immerhin bringen Unternehmen, die Arbeitsplätze schaffen uns auch wieder aus der Krise heraus!
  3. Auch neue Produkte und Dienstleistungen können relevant sein. Zum Beispiel wenn Sie den Fortschritt ankurbeln, Kuriositäten abdecken (zum Beispiel wenn Sie freischwebende Gartenzwerge herstellen oder sowas) oder ein Human Interest befriedigen (also wenn sie zum Beispiel Rettungshunde ausbilden und diese kleine Kinder aus Gullis befreien)
  4. Events und Veranstaltungen können von Interesse sein. Vor allem wenn Sie regional und aktuell sind, aber auch wenn Sie Prominenz einladen oder bei dieser Veranstaltung Dinge verkünden, die folgenschwer sind (Die Erhöhung des Hartz-IV-Satzes zum Beispiel). In diesem Fall sollten Sie übrigens unbedingt statt Pressemitteilung in den Head Ihrer Mitteilung das Wörtchen „Veranstaltungshinweis“ schreiben, das macht einen Abdruck wahrscheinlicher.
  5. Sie feiern ein Jubiläum? Wunderbar! Wenn Sie dies mit einer rührenden Geschichte aus der Firmengründung verbinden, haben Sie die Human Interests mit im Boot.
  6. Mit dem Start eines Onlineshops zum Beispiel treiben Sie den Fortschritt voran und können Ihre kuriosen schwebenden Gartenzwerge an den Mann bringen.
  7. Auch außergewöhnliche Vorfälle wie Personalienwechsel in der Chefetage sind von Interesse, denn gleich mehrere Nachrichtenfaktoren können einfließen: Bei kleinen Unternehmen die gegografische Nähe, bwenn der neue oder der alte Mensch im Amt recht prominent sind, wenn mit dem neuen Menschen ein Fortschritt/Andersdenken zu erwarten ist oder wenn beispielsweise eine schwere Krankheit den Personalienwechsel nötig machte. Auch die Folgenschwere könnte ein Nachrichtengehalt sein, wenn durch den Personalienwechsel Umstrukturierungen zu erwarten sind, die massiv Arbeitsplätze bedrohen. Über Konflikte bei solchen Themen brauch ich wahrscheinlich gar nicht erst zu reden ;)
  8. Und natürlich ist auch wohltätiges Engagement Etwas, was Menschen interessiert.

Nun haben Sie bereits eine ganze Menge Anregungen bekommen, was auf jeden Fall schon mal in die Zeitung kommen könnte.

Und bei Fragen: Fragen!

Mit kreisrunden Grüßen

Friederike

 

Und nochmal: Machen Sie sich aber nichts vor: Eine Pressemitteilung muss auch wenn Sie sie noch so interessant finden die Zeitungen nicht interessieren. Nerven Sie die Journalisten nicht mit Nachfragen, bestehen Sie nicht auf einer Veröffentlichung. Man kann es nicht oft genug sagen: Journalisten sind Menschen und Sie machen Ihren Job. Lassen Sie sie auch und behandeln Sie sie mit Respekt! Alle vier bis sechs Wochen können Sie getrost eine neue Pressemitteilung rausbringen, aber bitte nur, wenn Sie auch wirklich Etwas zu erzählen haben! Im Schnitt wird nur jede sechste Pressemitteilung dazu führen, dass ein Artikel über Ihr Unternehmen erscheint. Freunden Sie sich mit diesem Gedanken bitte an.

 

Pressearbeit ist doch Werbung, oder?

Newsroom - Public & Customer Relations

Immer wieder stelle ich fest, dass meine Kunden bevor sie mich beauftragen, Kontakt mit ihrer regionalen Tageszeitung oder dem regionalen Anzeigenblatt aufnehmen. Und dann dort Anzeigen kaufen um mit etwas Glück einen kleinen Artikel zu bekommen. Diese Unternehmer denken dann, dies sei Pressearbeit. Das Platzieren von Anzeigen in Zeitungen. Aber das ist Werbung.

Pressearbeit, Öffentlichkeitsarbeit und Public Relations sind aber aber keine Werbung.

Bei Werbung geht es nämlich darum, ganz gezielt Kunden zu gewinnen und diese zum Kaufen zu bringen. Anzeigenkampagnen, Werbespots im Fernsehen, Werbung am Point of Sale (also an den Plätzen an denen Etwas verkauft wird) sind alle dazu angelegt, einen Kaufimpuls zu geben. Werbung ist dadurch ein kurzfristiges und oft vor allem durch Masse auffallendes Genre.

Bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit geht es aber vor allem darum, ein positives Bild des Unternehmens zu prägen. Sich einzubetten in das soziale Gefüge und Informationen zu verbreiten, die für Leser interessant sein können. Mit Pressearbeit erweist man also der Öffentlichkeit einen Dienst. Und eben nicht sich selbst ;)

Hier drei der häufigsten Vorurteile wenn es um Pressearbeit geht:

Anzeigen sind Pressearbeit.

Nein.

Wie oben bereits erwähnt sind Anzeigen in Zeitungen keine Pressearbeit sondern Werbung. Sie erteilen dem Medium Ihrer Wahl einen Auftrag, zahlen dafür Etwas und das was am Ende rauskommt sieht genau so aus, wie Sie wollen. Bei Pressearbeit funktioniert das nicht. Journalisten kann man (leider ;)) nicht dazu zwingen eine Pressemitteilung auch wirklich zu veröffentlichen. Sie werden dies nur tun, wenn die Informationen die Sie ihnen liefern interessant erscheinen. Und zwar interessant für den Konsumenten. Für eine regionale Tageszeitung ist das also wahrscheinlich etwas Anderes als für ein Architekturmagazin.

Grundsätzlich sind Journalisten, Redakteure o.ä. aber durchaus an Ihren Informationen interessiert, schließlich brauchen sie ja Etwas worüber sie schreiben können. Lassen Sie sich also nicht davon abschrecken, dass nicht alles sofort und genau so wie Sie es wollen erscheint. Es ist eben keine Anzeigenwerbung.

Und: Wenn eine Redaktion Ihnen anbietet nur dann einen Artikel zu veröffentlichen wenn Sie auch eine Anzeige schalten (was gerade bei Existenzgründern öfter vorkommt): Verzichten Sie darauf! Diese Redaktion verhält sich sehr unangemessen und unseriös! Und noch dazu werden Artikel, die auf diese Weise in die Zeitungen kommen oft als verkappte Anzeigen wahrgenommen und nicht beachtet.

Bei Pressearbeit habe ich das Sagen!

Nein.

Sie geben den Medien Informationen in der Hoffnung, dass diese über Sie berichten und Sie in einem möglichst guten Licht darstehen lassen. Klar. Aber: Vergessen Sie das!

Journalisten denken gerne selber. Und sie denken eben auch mal etwas Anderes als sie. Sie berichten möglichst objektiv, beleuchten aus verschiedenen Richtungen, verwenden verschiedene Quellen. Und am Ende kann auch etwas dabei rauskommen, was Ihnen ganz und gar nicht gefällt.

Das Einzige was Sie tun können, um das Risiko hier zu verkleinern ist es, gute Informationen an die Presse weiterzuleiten und Sachverhalte genau zu erläutern. Nutzen Sie Ihre Chancen, denn wirklich und zu 100% vermeiden können Sie schlechte Berichterstattung nur, wenn Sie Ihr Unternehmen klammheimlich schließen!

 

Pressearbeit heißt, Journalisten zu verhätscheln.

Nein.

Einer meiner Lieblingsfehler in Firmen mit größerem Budget zum Schluss. Viele Firmen versuchen immer wieder, Termine für Journalisten so toll und angenehm wie irgendwie möglich zu gestalten. Diese Unternehmen wollen damit erreichen, dass die Journalisten positiv auf ein Thema eingestellt werden.

Das ist im Prinzip auch gar nicht soooooo falsch.

Aber stellen Sie sich mal vor Sie sind Journalist: Sie werden täglich mit Informationen überhäuft die Sie sichten, sortieren, nutzen, umschreiben und in die Zeitung bringen müssen. Und dann bekommen Sie eine Einladung zu einem Mittagessen in einem tollen Restaurant von einem neuen Unternehmen. Und dann sitzen Sie da, haben ein tolles Mittagessen, treffen lauter Kollegen... und gehen ohne Story nach Hause. Irgendwie war da Nichts, worüber man berichten könnte.

Unbefriedigend, oder?

Klar, jeder Mensch mag es, umworben zu werden. Aber Journalisten werden es genug und werden oft genug damit nur von ihrer Arbeit abgehalten. Und sie haben viel Arbeit. 

Also achten Sie immer, immer und immer darauf dass Sie Journalisten Informationen geben. Denn das ist es, womit sie ihren Lebensunterhalt verdienen. Nicht mit kostenlosem Essen und Schickschnack :)

 

So. Nun wissen Sie schon mal, was Sie unbedingt vermeiden sollten. Im nächsten Blogeintrag klären wir die Frage, womit man überhaupt in die Zeitung kommen kann.

 

Und bei Fragen: Einfach Fragen!

Kreisrund,

Friederike

 

 

 

 

 

Achtung, Presseportale sind nicht mehr, was sie waren!

Newsroom - Public & Customer Relations

Da hat es sie schwer getroffen: OpenPR, LifePR und einige andere Presseportale die bisher für Unternehmen einer der einfachsten Wege waren an eine gute Platzierung bei Google zu kommen, haben jetzt blaue Briefe bekommen. Und zwar – genau – von Google höchstpersönlich.

Google schreibt darin „mangelnde Nachrichtenqualität“ sei der Grund, dass einige Presseportale seit Mitte August bei der Newssuche von Google bis auf weiteres nicht mehr gelistet werden. So würden, theoretisch, jetzt nur noch Presseportale in die GoogleNewssuche einbezogen, hinter denen erkennbar eine Redaktion stünde und bei denen Unternehmen nicht eigenständig Pressemitteilungen schalten könnten. (Das funktioniert offenkundig nicht bei allen Portalen wirklich gut, weswegen eine raus sind bei denen gefiltert wird und einige noch drin sind, die ganz offensichtlich nicht filtern)

Natürlich bezieht fast keines der betroffenen Portale offen zu den Aussagen von Google Stellung. So sagt die Geschäftsführerin von OpenPR nur knapp gegenüber dem Kontakter: „Wir prüfen intern, inwiedern OpenPR davon betroffen ist“. Klar ist aber, dass einige der bekannten Presseportale in der GoogleNewsSuche plötzlich faktisch nicht mehr vertreten sind.

Schade ist das vor allem natürlich für die Betreiber, weil durch einen Ausschluss bei Google auf kurz oder lang Verluste mit sich bringen wird. Helfen kann ihnen nur eine Verbesserung der Qualität, wie dies zum Beispiel gerade von LifePR versucht wird, die meines Wissens bisher auch die Einzigen sind die dazu stehen „rausgeworfen“ zu seien.

Es ist aber auch ärgerlich für kleine PR-Agenturen und vor allem für Unternehmen. Denn die sind darauf angewiesen, dass Produktneuerungen, Informationen über das Unternehmen, Stellungnahmen zu aktuellen Entwicklungen und aktuelle Verwicklungen im Internet breit gestreut werden können. Wenn man nun aber – wie heute bei manchen Agenturen durchaus üblich – in seinem Presseverteiler bisher vor allem auf offene Presseportale gesetzt hat, bekommt man ein Problem.

Ein Umdenken in den Unternehmen und bei PR-Agenturen ist erforderlich. Und das wahrscheinlich nicht nur, bis die betroffenen Presseportale wieder in die GoogleSuche einbezogen werden. Achten Sie darauf, mit wem Sie was schreiben, wie gut es geschrieben ist und eben jetzt auch besonders, wie es verteilt wird.

Denn Sie wissen ja nun: Presseportale sind nicht mehr das, was sie mal waren.

Mit kreisrunden nächtlichen Grüßen

Friederike

 
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