Jetzt ist es vorbei. Das danach.
| Newsroom - Lampenfieber |
Nun ist es also vorbei, Ihr Workshop, Auftritt, Vortrag, Konzert, Meeting ist vorbei. Sie sind kaputt und irgendwie ist da plötzlich eine Leere. In mehr oder weniger starker Ausprägung sind Sie weinerlich, gereizt, wissen nicht genau wohin mit sich und denken ständig an eben diesen einen Auftritt auf den Sie sich solange vorbereitet haben.
Das ist ganz typisch!
Es gibt die Ausdrücke „Leere“, „tiefe Löcher“ und „Boden der Tatsachen“ nicht umsonst. Sie sind damit nicht alleine. Klar, der eine Mensch geht damit super um, stürzt sich in das nächste Abenteuer, ein anderer weiß wirklich nicht mehr wo er mit sich hin soll und „hängt in der Luft“. Egal wie Sie sich nach Ihrem großen Moment fühlen, es ist vollkommen normal. Und alle bekannten Faktoren die zu diesem Gefühl führen liegen, genau wie das Lampenfieber, in der Evolution begründet:
Wir alle lernen, indem wir Fehler machen. Unser Gehirn und auch unser Körper haben Gedächtnisse um sich diese Fehler merken zu können. Quasi. Und die Leistungen dieser beiden Gedächtnisse werden durch Emotionen verstärkt. Das heißt, man erinnert sich dann besonders gut an Ereignisse, wenn diese mit starken Emotionen verbunden waren. Na, was fällt Ihnen auf? Richtig, Lampenfieber! Durch die starke Konzentration von Stresshormonen waren Sie als Lampenfiebernder besonders mit Emotionen geplagt vor dem Auftritt. Nun erinnert sich Ihr Gedächtnis also (gerade wenn es noch frisch ist) ganz besonders an dieses eine Ereignis. Und dadurch verliert man ab und an den Blick dafür, dass da jetzt eben noch mehr kommt ;)
Hinzu kommt, dass Sie sich eine ganze Weile mit diesem einen Moment auseinandergesetzt haben, auf ihn hingefiebert haben und es jetzt nicht mehr müssen. Er ist vorbei. Und war noch dazu vielleicht nicht so super, wie Sie das gerne gehabt hätten. Oder er war besser. Dieses Loch gibt es übrigens vor allem auch oft nach Hochzeiten oder Prüfungen wie zum Beispiel dem Abitur. Da arbeitet man auch monatelang auf dieses eine Ereignis hin, dann ist es da und plötzlich vorbei... und dann? Danach geht das Leben weiter, aber womit eigentlich? In schweren Fällen kann diese bestimmte Art der Depression übrigens zu einer wirklichen Depression werden... achten Sie auf sich!
Es gibt aber auch hier, wie immer, ein paar kleine Tipps von mir, wie Sie dieses Loch verkleinern können oder dafür sorgen, dass Sie da schnell wieder raus kommen!
1. Sie bereiten sich gut vor. Bereiten Sie auch gut nach!
In Workshops ist eine gute Nachbereitung unerlässlich, auch bei Meetings und Vorträgen wollen Protokolle geschrieben und verschickt, Daten eingepflegt und weitere Projekte angeschoben werden. Dies ist eine Möglichkeit, das Loch zu verkleinern. Ich persönlich genieße die positiven Effekte des Lampenfiebers und habe eigentlich nie mit Auftrittsangst zu tun, aber auch ich versuche bei meinen Gesangsauftritten „nachzubereiten“. Ich singe die Lieder die beim Auftritt dran waren noch mehrere Tage danach mit voller Absicht und als ob der Auftritt noch vor mir stünde. Dann sind die Emotionen nicht mehr so hoch und mein Gedächtnis bekommt die Chance sich nicht nur an emotionsgeladene Proben zu erinnern. Versuchen Sie also, egal um was für einen Auftritt es sich bei Ihnen handelt, ihn nachzubereiten. Sie werden sicher eine Möglichkeit finden, sich noch ein wenig mit dem Auftritt zu beschäftigen :)
2. Achten Sie bereits in der Vorbereitung darauf, auch mal etwas Anderes zu tun.
Es ist nicht nur für die Kreativität wichtig, sondern auch für das Gedächtnis und vor allem für Sie: Tun Sie während der Vorbereitungen auch Dinge für sich! Gehen Sie spazieren, lesen Sie ein Buch das Nichts mit dem Auftrittsthema zu tun hat, entspannen Sie in einer Sauna, oder oder oder... tun Sie so viel wie irgendwie möglich für sich. Menschen die gut in dem sind was sie tun, sind dies auch, weil sie auf sich achten.
Und wenn Sie dies tun, dann haben Sie auch nach dem Auftritt noch Dinge, die Sie einfach so weitermachen können wie vor dem Auftritt. Das Leben geht eben auch nach dem großen Tag weiter, auch wenn man sich wochenlang nur auf dieses eine Thema konzentriert hat.
3. Verlängern Sie doch einfach!
Wenn auch Ihnen Ihr Auftritt eigentlich zu kurz ist, verlängern Sie ihn. Gehen Sie mit den Teilnehmern noch essen, genießen Sie noch ein paar Tage im Tagungshotel und lassen Sie sich verwöhnen, treiben Sie nochmal Sport, tun Sie etwas Schönes. Wenn Sie diese Dinge von Anfang an einplanen, geht erstens der Schrecken ein wenig flöten, was das Lampenfieber verringert, außerdem ist der Auftritt nicht so aprupt zu Ende und Ihre Gedächtnisse haben Zeit sich zu arrangieren.
4. Sollten Sie für Ihren Auftritt Dienstleister benötigen, zahlen Sie vorher!
Es klingt komisch, hilft aber. Als Sängerin, Workshopleiterin oder Ähnliches habe ich oft mit externen Dienstleistern zu tun, die mich unterstützen. Ich versuche immer, diese bereits vor dem Tag X zu bezahlen. Dann hab ich nicht noch tagelang nach dem Auftritt mit den Rechnungen zu tun und bekomme nicht das Gefühl, dass ich eigentlich nur Geld verpulvert habe :)
5. Kleckern, nicht klotzen!
Vor ein paar Tagen sagte ich zu Jemandem im Spaß: „Wie soll Jemand noch Etwas lustiges Schreiben können, wenn er schon ein Buch geschrieben hat? Schließlich ist ja dann Alles im Buch und nicht mehr im Kopf!“. Als Scherz gemeint hat dieser Spruuch doch eine gewisse Logik :)
Wenn Sie all Ihr Pulver bei Ihrem einen Auftritt verschießen, ist Nichts mehr für das danach übrig. Aber das brauchen Sie ja vielleicht nochmal. Vielleicht könnten Sie ein Buch zum Thema schreiben, Ihren Workshopteilnehmern anbieten Sie noch per E-Mail zu begleiten oder Ihre Konzerteinnahmen gleich für die passende CD verwenden? Bewahren Sie sich einiges Wissen auf und machen Sie mehr daraus. Schlie0ßlich stecken Sie gerade mitten in der Materie!
6. Machen Sie weiter!
Am wichtigsten: Machen Sie weiter. Suchen Sie sich neue Auftrittsmöglichkeiten, genießen Sie Ihre Auftritte. Und arbeiten Sie an Ihrem Lampenfieber!
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Dies war nun der letzte Beitrag für das Monatsthema August. Lampenfieber. Ich bin sicher, ich konnte Ihnen ein paar Tipps geben, freue mich auf Ihr Feedback und hoffe, Sie können ein paar der Tricks umsetzen. Lampenfieber ist ganz normal und gut! Wenn Sie weitere Fragen zum Thema haben, noch mehr Tipps benötigen, schreiben Sie mir einfach! Unter delong@diekreativathletin.de erreichen Sie mich. Oder Sie kommen einfach zum Workshop „Lebendig präsentieren und moderieren“, der am 8. und 9. Dezember 2010 im schönen Bischofschloss in Markdorf stattfindet. In dem Workshop werden wir gemeinsam noch mehr Hilfen zum Thema Lampenfieber erarbeiten. Buchen Sie einfach per E-Mail, telefonisch unter 0 75 44 - 506 85 17 oder unter www.parkplatzweitervorn.de direkt online.
Ich freue mich auf Sie!
Kreisrunde Grüße
Friederike
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