Nun ist es soweit. Ihr Auftritt!

Newsroom - Lampenfieber

Da stehen Sie also nun. Ihr Auftritt ist gekommen. Egal ob es ein Meeting ist, ein Bewerbungsgespräch, ein Auftritt als Musiker, Redner, Trainer oder was auch immer... Sie sind aufgeregt. Sie wissen bereits, dass das vollkommen normal ist, also verhalten Sie sich auch so. Und ich kann Sie beruhigen: WIE aufgeregt Sie sind, wird in Ihrem Publikum Niemand mitbekommen, denn Ihnen kommt es viel schlimmer vor. Oder haben Sie schon ein Mal erlebt, dass Ihr Gegenüber Ihr Herz auch nur leise schlagen hörte wenn Sie das Gefühl hatten, es würde nicht nur bis zum Hals sondern mindestens noch zehn Kilometer um Sie herum schlagen?

Nein. Wunderbar :)

Lampenfieber (und bei diesem positiven Stadium sollten Sie angekommen sein mit all den Tipps und Tricks bis hier) kann aber auch während des Auftrittes immer wieder kommen, stärker werden. Also bekommen Sie heute ein paar Tipps von mir, wie Sie aufkeimende Auftrittsangst wieder zu positivem Lampenfieber verringern können.

1. Ommmmmmm. Entspannung.

Es klingt banal, aber es wird helfen: Fragen Sie sich kurz im Hinterkopf, ob Sie entspannt sind, bzw. was Sie dafür tun können entspannter zu sein.

  • Hängen meine Schultern locker herunter?
  • Stehe ich aufrecht ohne jegliche Schlagseite?
  • Habe ich mit beiden Fußsohlen wirklichen Bodenkontakt?
  • Hängen meine Arme locker ?
Wenn Sie auf diese Dinge achten, dann wird Ihnen die Entspannung auf der Bühne ein wenig leichter fallen. Und erinnern Sie sich doch einfach mal an den kleinen Trick mit dem emotionalen Anker, den ich Ihnen bereits vorgestellt habe: Legen Sie Daumen, Mittel- und Zeigefinger aneinander und schauen Sie in den kleinen Punkt, der dort entseht. Ihr Körper erinnert sich an den Zustand der Entspannung den Sie in der Vorbereitung erreicht haben und stellt diesen so gut wie möglich wieder her :)
2. Daumenkinomäßige Entfaltung.

Wir Lampenfiebertrainer wissen nicht genau, wieso es so ist, beobachten es aber immer wieder: Es macht deutlich ruhiger, wenn Sie sich an Etwas „festhalten“ können. Nun sähe es ziemlich bescheuert aus, wenn Sie sich an eine Wand klammern oder Ähnliches, aber es geht ja einfacher. Nehmen Sie einen Gegenstand mit auf Ihre Bühne. An diesem Gegenstan können Sie sich festhalten, auch wenn er ganz klein ist. Achten Sie aber darauf, dass Ihr Alibigegenstand ein Gegenstand ist, der auch logisch ist. Einen Kugelschreiber oder Ihr Lieblingsstofftier wird Ihnen zwar helfen, Ihre Teilnehmer sehen aber auch sofort, warum Sie diesen Gegenstand dabei haben.

Haben Sie aber einen Flipchartmarker in der Hand und benutzen das Flipchart (was Sie aus Lampenfiebersicht sowieso immer tun sollten, siehe auch Punkt 4), Moderationskarten oder zum Beispiel einen Gegenstand, den Sie im ersten Teil des Workshops einsetzen, dann wird Niemand merken, dass Sie den Gegenstand nur benutzen um Ihre Lampenfieber abzubauen.

3. Sie ihm in die Augen, Kleines!

Sie haben beim Smalltalk kurz vor dem Auftritt ja bereits ein, zwei drei Menschen ausgemacht, die Ihnen wohlgesonnen sind. Schauen Sie diesen jetzt ab und an in die Augen und läscheln Sie kurz. Dadurch machen Sie einen sympathischeren Eindruck auf Ihre Teilnehmer, Sie nehmen die Stimmung derjenigen auf und können reagieren und Sie selbst haben einen weiteren Anker in Ihrem Publikum, der Sie entspannter werden lässt.

4. Und hoch die Tassen... ach nein, das Bein!

Jetzt kommt das, was mir am allermeisten hilft und was meine Teilnehmer sicherlich bestätigen werden wenn Sie es lesen, obwohl Sie es bisher nicht wussten :)

Bewegung!!!

Sie wissen ja, Lampenfieber sind eigentlich nur die aufgestauten Stresshormone, die durch den Fight-of-Flight-Zustand entstehen. Diese kann man durch Bewegung abbauen. Also Bewegen Sie sich! Dazu ein paar kleine Tipps, wie ich das hinbekomme.

  • Bauen Sie funktionale Gestiken in Ihren Vortrag ein. Es wird Ihren Teilnehmern nicht auffallen, wenn Sie größere Gestiken machen als sonst. Und wenn Sie es doch mitbekommen, dann finden Sie es wahrscheinlich sogar gut, weil man diese Gestiken besser erkennt als kleine am oder nah vor dem Körper Winzinlingsgesten. Holen Sie also ruhig ein Mal aus :)
  • Benutzen Sie, gerade am Anfang eines Auftrittes Medien, die Sie zur Bewegung zwingen. Ein Flipchart an dem Sie die Agenda erklären, eine Kartenabfrage, ein kleines Spiel zum Auflockern aller Teilnehmer, oder was ich sehr gerne machen: ein roter Faden, den man durch den ganzen Raum spannt... alles das sind Mittel um Nervosität abzubauen. Denn Sie können sich von einem Fleck zum anderen bewegen, lenken die Aufmerksamkeit der Teilnehmer und können mit diesen kleinen Tricks alle Lerntypen mit ins Boot holen :)
5. Fehler gemacht. Na und?

Fehler sind menschlich. Wir alle machen Fehler. Eindeutig wirklich alle. Na und?

Sie sind schließlich kein Gehirnchirurg bei dem ein Fehler wahrscheinlich Jemandem das Leben kosten wird. Sie sind kein Mitarbeiter beim Atomkraftwerk der mit einem Fehler einen SuperGAU verursachen könnte. Also wieso nicht entspannen, Fehler machen und drüber lachen? Es gibt verschiedenste Möglichkeiten, auf fehler zu reagieren wenn man ihn auf der Bühne macht. Von „nicht anmerken lassen“ bis drüber lachen und sich selbst auf die Schippe nehmen ist wirklich Alles möglich.

Ich persönlich reagiere auf Fehler ganz unterschiedlich. ich bin aber auch nicht (mehr) sooo lampenfiebergeplagt. Wenn Sie noch nicht so geübt sind, dann schauen Sie doch einfach mal, wie Sie reagieren und was darauf folgt. Dies könnten Sie in einer Liste tun, in der Sie einfach wie folgt dokumentieren:


Hier schreiben Sie, wie Sie auf einen fehler reagieren Hier notieren Sie, was hilfreich daran war Hier die Bewertung von ganz mies (0 Punkte) bis Supertoll (10Punkte)
einfach nur lächeln und weitermachen Macht Spaß, ungewohnt und der Fehler war irgendwie nicht mehr so schlimm 6
Einfach drüberweglaufen und nichts anmerken lassen Hab mich wie Jemand auf dem Laufsteg gefühlt, aber sehr gut. Niemand hat was gemerkt. 8
Mich selbst auf die Schippe nehmen ... ...
... ...

...

 

Nach ein paar Auftritten, bei denen Sie die verschiedensten Möglichkeiten ausgewertet haben, wird es sicherlich ein wenig einfacher zu reagieren, weil Sie sich und die Teilnehmer besser kennenlernen. Und: Machen Sie solche Listen wirklich schriftlich und nicht im Kopf! Denn da vergisst man solche Dinge nur zu gerne wieder. Schließlich sind Sie außerhalb der Situation auch nicht so wichtig!

6. Machen Sie Pausen!

Die meisten Teilnehmer, egal welches Lerntyps werden es Ihnen danken, wenn Sie ab und an mal eine Pause einlegen. Und zwar nicht nur die, die Sie natürlich auf der Agenda eingeplant haben, sondern auch solche, in denen Sie als Auftretender weniger zu tun, dafür aber die Teilnehmer gefordert sind. Das können kleine Spiele, Einzelaufgaben oder auch einfach nur die Ansage sein „Wir legen jetzt eine Schweigeminute für die gerade aus dem Fenster geflogene Markerkappe ein“ sein. (Damit haben wir dann auch gleich eine weitere Möglichkeit gefunden, auf einen Fehler zu reagieren ;))

7. Haben Sie Spaß!!!!

 

Diesen Punkt lasse ich jetzt mal umkommentiert, denn er erklärt sich hoffentlich von selbst :)

Beim nächsten Blogbeitrag schauen wir dann noch, was Sie nach dem Auftritt tun können um weiterzulernen und das Loch nach Auftritten auszufüllen :)

Mit kreisrunden Grüßen

Friederike

 
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