Eine Stunde noch. Jetzt aber los :)

Newsroom - Lampenfieber

Nun ist es wirklich nicht mehr lange. Und Sie als Lampenfiebernder sind wahrscheinlich tierisch aufgeregt und würden am liebsten wegrennen. Aber das hatten wir bereits: Keine Lösung. Machen wir also lieber noch ein paar Dinge, die Ihr Lampenfieber in einen leistungssteigernden Bereich bringen :)

1. Rennen

Sie wissen ja, Ihr Körper ist fiebrig, weil er eigentlich fliehen oder kämpfen möchte. Er braucht also Bewegung. Wenn Sie noch circa eine bis eineinhalb Stunden Zeit haben ist es also sehr sinnvoll, erstmal Adrenalin abzubauen. Was immer Sie tun können um Dampf abzulassen: Tun Sie es! Treppen steigen, noch schnell einen Marathon laufen, im Tagungshotelpool 10 schnelle Kilometer schwimmen, was auch immer, Hauptsache Sie bekommen Bewegung. In meinen Seminaren zum Thema Präsentieren und Moderieren schlagen wir regelmäßig auf Polster und Kopfkissen ein. Ein Heidenspaß und das perfekte Mittel gegen die ganzen Stresshormone. :)

2. Entspannen

Ich persönlich bin vor allem wegen eines Punktes noch unentspannt vor einem Auftritt: Ich könnte Petersilie zwischen den Zähnen haben, meine Haare könnten bescheuert aussehen oder eine Laufmasche könnte meine Teilnehmer und mich ablenken. Außerdem weiß ich nicht, wie es Ihnen geht, aber ich schwitze nach dem Verausgaben :)

Also heißt die Devise: Nochmal duschen oder baden, Haare machen, die Auftrittskleidung anziehen, schminken, Zähne putzen, das Übliche eben. Damit Sie dann geschniegelt und gestriegelt vor Ihrem Publikum stehen und sich absolut wohl fühlen können in Ihrer Haut.

3. Die Kehle schmieren Teil 1

Auch Sie gebrauchen bei Ihrem Auftritt wahrscheinlich Ihre Stimme, oder? Dann begehen Sie bitte nicht den Fehler, Sie nicht zu benutzen. Wenn Sie gerade duschen oder beim Anziehen können Sie super Sprechübungen machen. Beginnen Sie damit langsam, auch wenn es ungewohnt ist und Sie meinen, Sie würden es nicht brauchen. Ihre Stimmlippen werden es Ihnen danken. Und denken Sie daran, die Grundanspannung Ihrer Muskeln beeinflusst auch Ihre Stimme!

  • Summen Sie ganz leise und nur für sich, während Sie mit der Hand von rechts nach links und umgekehrt sanft Ihre und Brust abklopfen. Dadurch wird Schleim gelöst. Und bitte: Räuspern Sie sich niemals. Das hat für Ihre Stimmlippen ungefähr den gleichen Effekt wie ein Auto dass mit 200Stundenkilometern gegen eine Mauer fährt. Gesund ist das jedenfalls nicht. ;)
  • Atmen Sie summend aus auf den Buchstaben m. Wenn Ihre Lippe kribbelt, machen Sie es genau richtig!
  • Nun atmen Sie summen auf den Buchstaben N aus. Hier ist es Ihre Zungenspitze die kribbeln sollte. Mit diesen Übungen öffnen Sie Ihre Resonanzräume.
  • Binden Sie nun langsam Vokale in Ihre Ns und Ms ein. Einfach indem Sie ganz ruhig mama, meme, mimi, momo, mumu, nana, nene, nini, nono, nunu summen.
  • Der nächste Schwierigkeitsgrad: Sprechen Sie ganz bewusst und übertrieben deutlich folgende Sätze:
  • - Meine Mama macht mir Marmelade
  • - Mümmelmann vernahm Hummelgesang
  • - Mannesmann macht manches möglich.
  • - Nenne niemandem meinen niedlichen Namen
  • Nun gähnen Sie mal ordentlich!
  • Während des Gähnens massen Sie jetzt Ihren Unterkiefer und sprechen „walisch“. Das heißt, Sie geben ganz hohe, mittelhohe und tiefe Töne ineinander übergehend von sich. Am besten kann Ihnen aber Dori das zeigen (bei 1:30 geht es los):
 
  • Nach dieser Runde walisch, schnappen Sie sich zu guter letzt einen Korken und nehmen ihn zwischen die Zähne. Sie haben ja sicher einen meiner früheren Tipps befolgt und Ihre Begrüßung auswendig gelernt. Denn diese sollten Sie jetzt mit diesem Korken zwischen den Zähnen sprechen. Danach wird Ihre Aussprache sehr viel deutlicher sein.
     
    Sollten Sie trotz aller Tipps Ihre Begrüßung noch nicht im Kopf haben, lesen Sie einfach folgendes Gedicht, das mir mal meine Großtante beibrachte und dessen Verfasser leider nicht wirklich bekannt ist, laut vor:

Dunkel war's, der Mond schien helle,
schneebedeckt die grüne Flur.
Als ein Wagen blitzesschnelle
langsam um die runde Ecke fuhr.

Drinnen saßen stehend Leute,
schweigend ins Gespräch vertieft,
als ein totgeschossener Hase
auf der Sandbank Schlittschuh lief.

Und auf einer roten Banke,
die blau angestrichen war,
saß ein blondgelockter Knabe
mit kohlrabenschwarzem Haar.

Neben ihm die alte Tante,
die kaum sechzehn Jahr alt war.
Und sie aßen Butterstullen,
die mit Schmalz bestrichen war`n.

Droben auf dem Apfelbaume,
der sehr süße Birnen trug,
hing des Frühlings letzte Pflaume,
und an Nüssen noch genug.

Von der regennassen Straße
wirbelte der Staub empor.
Und ein Junge bei der Hitze
mächtig an den Ohren fror.

Beide Hände in den Taschen.
hielt er sich die Augen zu.
Denn er konnte nicht ertragen,
wie nach Veilchen roch die Kuh.

Holder Engel, süßer Bengel,
furchtbar liebes Trampeltier.
Du hast Augen wie Sardellen,
alle Ochsen gleichen Dir.

Und zwei Fische liefen munter
durch das blaue Kornfeld hin.
Endlich ging die Sonne unter
und der graue Tag erschien.

Dieses nun gedicht´ hat Goethe,
abends in der Morgenröte,
als er auf dem Sofa saß,
und im Bett die Zeitung las.

  • Übrigens: Wenn Sie diese Übungen unter der Dusche machen, sollten Sie das gedicht vorher ausdrucken und laminieren. Statt des Korkens könnte auch Ihr Shampooflaschendeckel funktionieren :)
Die Kehle schmieren Teil 2

Gehen Sie nach diesen Übungen frisch angezogen und angehübscht in Ihren Raum. Sie sollten vor den Teilnehmern eintreffen, noch ein Mal die Lage sondieren und dann die Teilnehmer begrüßen. Dies hat mehrere Vorteile.

1. schmieren Sie Ihre Kehle mit dem Smalltalk

2. lernen Sie die Teilnehmer bereits ein wenig kennen.

3. können Sie sich schon mal ein bis zwei wohlgesonnene Menschen raussuchen, die Sie im Vortrag immer mal wieder ansehen oder einbeziehen

Also, reden Sie mit den Teilnehmern, seien Sie einfach nett und freundlich und aklimatisieren Sie sich. Aber meiden Sie bitte beim Smalltalk folgende Themen: Religion, Politik, Moral, Geld und Sex. Greifen Sie lieber auf unverfängliche Themen zurück wie aktuelle Ereignisse, die Anreise, das Wetter, Interessen, Arbeit und Geschmacksfragen. Sie wissen ja, über Geschmack lässt sich nicht streiten.

Und noch mal auf Achse.

Wenn alle Teilnehmer da sind, Sie das eine oder andere unverfängliche Gespräch geführt haben, und trotzdem total aufgeregt sind, kann ein kleiner Trick helfen: Begrüßen Sie die Teilnehmer, fragen Sie ob alle mit Getränken etc. versorgt sind und gehen Sie dann ganz kurz aus der Tür so dass die Teilnehmer Sie nicht mehr sehen (Sie können dabei ruhig vortäuschen Sie wollten kurz Etwas gucken und dann die Tür schließen), hüpfen Siedrei mal auf und ab, atmen Sie tief durch und beginnen Sie erst dann richtig mit Ihrem Vortrag. Ihr Körper kann durch dasHüpfen wieder ein paar Stresshormone abbauen, was das Lampenfieber senkt.

 

So. Das war jetzt kurz vorher. DSer nächste Blogbeitrag zum Thema Lampenfieber befasst sich dann mit Tipps und Trick während des Auftrittes. Ich freue mich schon.

Mit kreisrunden Grüßen

Friederike

 

 
Frische Fotos bei Flickr

Folge mir bei Twitter.
Newsletter

*

*

(*) Pflichtfelder

Marketing- und Werbeagentur Ratschlag – die Kreativathletin
Die einzige offizielle Frauenwerbeagentur Deutschlands
Nachwuchsförderung mit den kleinen Athleten
 und Impulse mit der Kreativathletin
Strategie auf Twitter für kleine Unternehmen, Existenzgründer und Freiberufler