Noch eine Woche. Das Unheil naht...
| Newsroom - Lampenfieber |
Jetzt ist nicht mehr viel Zeit, Ihren Auftritt vorzubereiten. Sie haben sicherlich Alles was Sie sagen wollen bereits im Kopf, im Idealfall auch schon aufgeschrieben und wenn Sie richtig gut sind, sind Ihre Flipcharts gemalt, die Präsentation fertig, der Moderatorenkoffer gepackt und sie haben Ihren Vortrag bereits fünf mal laut und deutlich vorgelesen, Ihre beste Freundin oder Ihre beste Freundin schon zu rate gezogen, Sie haben den perfekten Einstieg und den absolut perfekten Abschluss und alles in Sack und Pack.
Ich schaff das nie :)
Aber Sie sind ja zum Glück nicht ich ;)
Sie sind also bereits gut vorbereitet, was das A und O ist in Sachen Lampenfieber. Denn wenn man weiß, dass man den Vortrag schon mal fertig hat, ist vieles schon viel leichter.
Damit Ihnen jetzt aber nicht Schlafstörungen, Nervosität, ein gereizter Magen und Verspannungen zu schaffen machen, sorgen Sie dafür, dass es Ihnen besser geht.
1. Ernährung & Getränke
Achten Sie gerade in der Zeit bevor das große Lampenfieber kommt darauf, dass Sie ordentlich essen. Denn gutes Essen hält Leib und Seele beisammen. Und das muss noch nicht mal aufwendig sein, auch wenn Sie nicht nur zu Fertiggerichten greifen: Essen Sie Salat, leichtere Kost, Fisch, vollwertige Produkte und achten Sie darauf mehr Obst und Gemüse zu essen. Ernährungsberater raten immer dazu, ich plädiere dafür dass Sie spätestens eine Woche vor Ihrem Auftritt wirklich mal darauf achten. Danach können Sie meinetwegen wieder reinhauen... Ihr Lampenfieber wird aber in einem optimalen Niveau bleiben wenn Sie auf sich achten.
Klar, Kaffee, zuckerhaltige Sprudelwasser und Alkohol sind toll. Sie sollten aber doch lieber die Finger davon lassen. Mal ganz abgesehen davon, dass ein Zuviel an Kaffee die Hirnleistung drosselt, wird Ihr Körper es toll finden wenn Sie ausnahmsweise mal zu Säften, Wasser und Tee greifen. Dann hat er Zeit sich um andere Dinge zu kümmern. Um Ihre Ängste zum Beispiel.
2. Links, zwo, drei, vier.
In der Kreativität unerlässlich und längst wissenschaftlich bewiesen, aber auch vor Ihrem Auftritt sollten Sie ab und zu darauf zurückgreifen: Erholung an der frischen Luft! Bewegung!
Sie wissen ja bereits, dass Lampenfieber vor allem daher rührt, dass wir die Auftrittssituation als Bedrohung wahrnehmen und Ihr Körper darauf mit dem Fight-or-Flight-Zustand reagiert. Er macht alles dazu klar zu kämpfen oder zu flüchten. Er ist bis zum Anschlag gespannt, damit er Höchstleistungen bringen kann. Und dann sitzen Sie vor Ihrem Schreibtisch, erstarrt in einer Tipphaltung, gänzlich ohne Bewegung?
Das kann gar nicht gut gehen!
Auch ich bin ein kleiner Muffel, Sport gehört nicht unbedingt zu meinen Lieblingsbeschäftigungen, aber auch ich finde mich damit ab: ich muss mich bewegen. Mein Körper braucht Adrenalinabbau, ich muss mal an was anderes denken. Machen auch Sie das, gehen Sie mal eine Runde spazieren, genießen Sie frische Luft. Es wird Ihrem Körper helfen Anspannung abzubauen. Und wenn Sie das Alleine nicht hinbekommen, rufen Sie mich an, ich hab da noch einen Spezialtrick ;)
3. Medikamente
Es gibt eine Menge Mittelchen, die gegen Lampenfieber helfen können oder sollen. Die bekanntesten Mittel in dieser Hinsicht sind Betablocker.
Lassen Sie das!
Sämtliche Chemie bringt Nebenwirkungen mit sich, die Ihren Körper nur wieder selber belasten. Das KANN nicht gut sein.
3. So sieht das aus!
Wie stellen Sie sich Ihren Vortrag vorher vor? Haben Sie da so Horrorszenarien vor sich, Niemand hört Ihnen zu, alle sprechen dazwischen, Sie verhaspeln sich, haben einen Blackout und kippen die Wasserflasche Ihrem Chef über den Latz?
Hätte ich solche Vorstellungen, wär ich auch noch viel aufgeregter. Was kann da alles schief gehen! Oh Mann!
Versuchen Sie, sich den absoluten best Case Ihrer Präsentation, Ihres Vortrages oder Ihres Auftrittes auszumalen. Der Chef ist begeistert, die Kunden fressen Ihnen aus der Hand, Sie sind der absolute Star des Termins, Sie kommen flüssig durch, Sie haben Spaß und Sie schaffen es, dass Sie befördert werden. Diese Vorstellung macht den Auftritt viel weniger bedrohlich. Also, ran an die Traumvorstellung!
4. Schreiben Sie sich einen Spickzettel.
Meine Mutter war Lehrerin. Und sie hat Ihren neuen Schülern immer als erstes beigebracht Spickzettel zu schreiben. Auch ich kam natürlich in den Genuss dieses Unterrichts. Und ich sage Ihnen: DAS war mal wirklich gut. Denn was zeichnet einen guten Spickzettel aus? Er ist klein und es stehen nur die wichtigsten Informationen darauf. Man muss sich also gedanken machen was man wo hinschreibt, in welcher Reihenfolge und so weiter und so fort. Und was erreicht dadurch ein guter Spickzettel? Man braucht ihn nicht mehr. Denn man kennt ihn quasi in- und auswendig... und wenn Sie ihn doch brauchen, umso besser, Sie haben ja einen :)
Übrigens haben auch Moderatoren Spickzettel. Oder können Sie sich Günther Jauch ohne die SternTV-Moderationskarten vorstellen? Nee, geht mir genau so. Die sind voll okay und fallen kaum mehr auf. Und der Herr Jauch (der ganz sicher auch Lampenfieber hat), kann sich super daran festhalten.
5. Pannendienst
Ich hab es in der Einleitung schon erwähnt: Sie sind super vorbereitet. Klar. Für mich heißt das vor allem:
- Ich kenne mich im Thema gut aus.
- Ich habe einen genauen Plan was ich machen und sagen will
- Ich habe mir mediale Anker gesetzt (also Flipcharts, Pinnwände, Beamer, Folien und alles was ich noch so im Raum habe so gestaltet, dass ich mich im Zweifel daran langhangeln kann)
- Ich achte auf einsatzbereite Technik und überlege mir Alternativen falls auch der Ersatzbeamer kaputt geht (mal abgesehen davon, dass ich fast nie Beamer benutze)
- Ich packe mein Köfferchen mit allem möglichen Kram den ich finden kann
- Ich packe genug Teilnehmerunterlagen ein
- Ich weiß, dass Catering und vor allem getränke funktionieren
- Ich hab alle Infos für meine Teilnehmer parat
Was kann alles Schlimmes passieren? Alles was Ihnen einfällt entschärfen Sie mit einem Notfallplan. Denn ist es völlig egal wenn Sie eine Laufmasche haben solange eine Ersatzstrumpfhose im Koffer wartet. Sie glauben gar nicht, wie oft mein Notfalltäschchen das immer wieder belächelt wird schon zum Einsatz kam :)
Sie sehen also, es gibt Einiges, was Sie mittelfristig tun können, damit Sie ganz gelassen in den Auftritt gehen können. Noch viele weitere Tipps und Tricks gibt es übrigens in meinem Seminar „Lebendig präsentieren und moderieren“ am 8. und 9 Dezember im schönen Bischoffschloss zu Markdorf. (Buchbar unter http://bit.ly/92d3aP)
Kreisrund
Friederike
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