Lampenfieber, was ist das?
| Newsroom - Lampenfieber |
„Das menschliche Gehirn ist eine großartige Sache.
Es funktioniert vom Moment der Geburt an –
bis zu dem Zeitpunkt, wo du aufstehst, um eine Rede zu halten.“
Mark Twain
Geht es auch Ihnen so? Wenn Sie eine Rede halten sollen, alle Blicke auf Sie gerichtet sind und Sie da vorne so alleine stehen, Etwas sagen, vortragen oder zeigen sollen rutscht Ihnen das Herz in die Hose? Sie haben schweißnasse Hände, verhaspeln sich, sprechen plötzlich viel lauter, hektischer und irgendwie höher als im Normalfall?
Das ist Lampenfieber!
Fast jeder Mensch kann ein Lied davon singen wie es ist, Lampenfieber bzw. Redeangst zu haben. Ob es nun vor Prüfungen ist, vor Kundengesprächen oder auf der großen Bühne: Die Angst ist da und macht was sie will. Und bringt uns dadurch nur zu oft völlig aus dem Konzept. Studien belegen sogar, dass Lampenfieber ähnlich schlimm wahrgenommen wird wie die Angst vor politischen Unruhen oder schwerer Krankheit. Dabei wird man im Normalfall nicht sterben bei einer Rede oder Ähnlichem.
Wieso also ist Lampenfieber so schlimm, was ist Lampenfieber, und wie kann man es nicht nur bekämpfen sondern auch positiv nutzen? Darum geht es diesen Monat im Blog, bei facebook und bei Twitter.
Aber was ist Lampenfieber eigentlich genau und wozu brauchen wir das?!
Stellen Sie sich vor, Sie sitzen gemütlich vor Ihrem Rechner und lesen diesen Blogbeitrag. Plötzlich geht die Tür auf und ein ausgewachsener Löwe kommt hereingesprungen. Was tun Sie?
Ihre Reaktion ist immer auch eine Frage der Bewertung der Situation. Wenn Sie ein Löwendompteur sind und den Löwen der dort vor Ihnen steht mit der Flasche aufgezogen haben, freuen Sie sich dass Ihr Löwe Sie besucht. Alle anderen Menschen, und ich gehe im Moment mal davon aus, dass Sie kein Löwendompteur sind, werden zu dem Schluss kommen, dass dieser Löwe Ihnen wehtun könnte. Er stellt also eine Bedrohung dar. Und als bedrohter Menschen haben Sie zwei Möglichkeiten:
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1. Sie können mit dem Löwen kämpfen
2. Sie können vor dem Löwen fliehen
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Diesen Zustand nennt man Fight-of-Flight-Zustand. Er wird in unserem Körper immer dann aktiviert, wenn wir einer Bedrohung ins Auge sehen.
Ihr ganzer Körper macht sich in diesem Zustand dazu bereit zu kämpfen oder zu fliehen: In der Nebennierenrinde werden die Stresshormone Adrenalin, Noradrenlin und Cortisol ausgeschüttet. Sie wandern in das Blut über und schrauben alle Funktionen hoch, die gut sind um besser fliehen oder kämpfen zu können:
- Die Schmerztoleranz steigt, damit Sie im Kampf oder auf der Flucht nicht von nebensächlichen kleinen Schmerzen abgelenkt werden
- Die Blutgerinnung wird erhöht, damit Verletzungen die Sie beim kämpfen oder fliehen erleiden, schneller heilen
- Der Blutzuckerspiegel steigt. Dadurch wird für die Muskeln Energie schneller bereitgestellt. Dies wird noch unterstützt durch erhöhten Blutdruck und erhöhte Herzfrequenz.
- Auch die Grundanspannung der Muskeln ist höher. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes angespannt. Denn dadurch ist der Weg zur wirklichen Anspannung der Muskeln die beim Kämpfen oder flüchten benötigt wird nicht mehr so weit wie er es aus absoluter Entspannung wäre.
- Außerdem wird aller Ballast abgeworfen, den man nicht braucht. Denn wenn man nicht so schwer ist, kann man schneller und besser kämpfen oder fliehen. Das ist der Grund warum vielen Menschen bei Aufregung schlecht wird, sie Durchfall bekommen oder vermehrt schwitzen.
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Damit Ihr Körper nun nicht völlig überlastet ist und sie einfach nur tod umkippen ohne dass der Löwe auch nur einen Schritt getan hätte, schraubt Ihr Körper unnötige Reaktionen herrunter. Was brauchen wir also nicht, wenn wir aufgeregt sind?
- Zum Beispiel Hunger oder Verdauung. Denn Hungergefühl wäre in diesem Moment totaler Luxus. Sie haben gerade eh keine Zeit, sich Etwas zu Essen zu besorgen. Da steht ein Löwe rum :)
- Sexuelle Erregbarkeit. Ziemlich unnütz wenn man gleich gefressen werden könnte.
- Die komplexe ellaborierte Denkfähigkeit leidet ebenfalls. Denn es ist ja logisch: Sie müssen nur noch kämpfen oder flüchten. Und nicht groß nachdenken darüber.
Haben Sie nun Lampenfieber, so passiert mit Ihren Körper genau das Gleiche!
Es ist wie oben geschrieben immer eine Frage der Bewertung der Situation, denn schließlich findet ein Löwendompteur den Löwen ebenfalls nicht bedrohlich. Aber die meisten Menschen halten Zuhörer für mindestens genau so gefährlich wie wilde Tiere. Studien ergeben, dass die Angst vor Auftritten ähnlich schrecklich ist wie die vor dem Tod, unheilbarer Krankheit oder Krieg. Die Bewertung ist da ausschlaggebend. Denn: Sie könnten sich bei Chef, Kunden oder anderen Menschen blamieren, sich „um Kopf und Kragen reden“, Aufträge oder Ihren Job verlieren und und und. All diese Faktoren führen dazu, dass ein Auftritt Stress für Sie uns Ihren Körper bedeutet.
Ihr Körper will fliehen oder kämpfen. Ihr Herz schlägt bis zum Hals, Sie schwitzen, Ihnen wird heiß und sie werden rot, Frauen bekommen gern hektische Flecken und die Grundanspannung der Muskeln führt zu einem der Hauptprobleme: Sie zittern und können nur noch flach atmen. Ihre Stimme wird fiepsiger und dünner, Sie können nicht mehr komplex denken.
Ihr Körper ist auf körperliche Aktivität eingestellt. Und bekommt sie nicht. Denn Sie wollen wahrscheinlich weder wegrennen noch das Publikum erschlagen. Sie wollen vor allem ruhig wirken. Das dies nun völlig unlogisch ist für unseren Körpert und er sich mit Händen, Füßen und noch mehr Stress wehrt, ist nicht besonders verwunderlich.
Das ist völlig normal
Aber seien Sie beruhigt und nehmen Sie eines bereits für heute mit: Lampenfieber ist völlig normal. Die Stressreaktionen unseres Körpers liegen in der Evolution verwurzelt und Sie sind nicht der oder die Einzige, die damit zu kämpfen hat. Ziel ist es im Lampenfiebertraining vor allem, den Teufelskreis aus Lampenfieber haben, Auftrittssituationen meiden, keine Erfahrungen sammeln, noch mehr Lampenfieber haben, zu durchbrechen. Das Lampenfieber positiv zu nutzen. Dazu gibt es Tipps, Tricks, Strategien und viele Möglichkeiten, die wir in diesem Monat noch kennenlernen werden.
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