Jetzt ist es vorbei. Das danach.

Newsroom - Lampenfieber

Nun ist es also vorbei, Ihr Workshop, Auftritt, Vortrag, Konzert, Meeting ist vorbei. Sie sind kaputt und irgendwie ist da plötzlich eine Leere. In mehr oder weniger starker Ausprägung sind Sie weinerlich, gereizt, wissen nicht genau wohin mit sich und denken ständig an eben diesen einen Auftritt auf den Sie sich solange vorbereitet haben.

Das ist ganz typisch!

Es gibt die Ausdrücke „Leere“, „tiefe Löcher“ und „Boden der Tatsachen“ nicht umsonst. Sie sind damit nicht alleine. Klar, der eine Mensch geht damit super um, stürzt sich in das nächste Abenteuer, ein anderer weiß wirklich nicht mehr wo er mit sich hin soll und „hängt in der Luft“. Egal wie Sie sich nach Ihrem großen Moment fühlen, es ist vollkommen normal. Und alle bekannten Faktoren die zu diesem Gefühl führen liegen, genau wie das Lampenfieber, in der Evolution begründet:

Wir alle lernen, indem wir Fehler machen. Unser Gehirn und auch unser Körper haben Gedächtnisse um sich diese Fehler merken zu können. Quasi. Und die Leistungen dieser beiden Gedächtnisse werden durch Emotionen verstärkt. Das heißt, man erinnert sich dann besonders gut an Ereignisse, wenn diese mit starken Emotionen verbunden waren. Na, was fällt Ihnen auf? Richtig, Lampenfieber! Durch die starke Konzentration von Stresshormonen waren Sie als Lampenfiebernder besonders mit Emotionen geplagt vor dem Auftritt. Nun erinnert sich Ihr Gedächtnis also (gerade wenn es noch frisch ist) ganz besonders an dieses eine Ereignis. Und dadurch verliert man ab und an den Blick dafür, dass da jetzt eben noch mehr kommt ;)

Hinzu kommt, dass Sie sich eine ganze Weile mit diesem einen Moment auseinandergesetzt haben, auf ihn hingefiebert haben und es jetzt nicht mehr müssen. Er ist vorbei. Und war noch dazu vielleicht nicht so super, wie Sie das gerne gehabt hätten. Oder er war besser. Dieses Loch gibt es übrigens vor allem auch oft nach Hochzeiten oder Prüfungen wie zum Beispiel dem Abitur. Da arbeitet man auch monatelang auf dieses eine Ereignis hin, dann ist es da und plötzlich vorbei... und dann? Danach geht das Leben weiter, aber womit eigentlich? In schweren Fällen kann diese bestimmte Art der Depression übrigens zu einer wirklichen Depression werden... achten Sie auf sich!

Es gibt aber auch hier, wie immer, ein paar kleine Tipps von mir, wie Sie dieses Loch verkleinern können oder dafür sorgen, dass Sie da schnell wieder raus kommen!

1. Sie bereiten sich gut vor. Bereiten Sie auch gut nach!

In Workshops ist eine gute Nachbereitung unerlässlich, auch bei Meetings und Vorträgen wollen Protokolle geschrieben und verschickt, Daten eingepflegt und weitere Projekte angeschoben werden. Dies ist eine Möglichkeit, das Loch zu verkleinern. Ich persönlich genieße die positiven Effekte des Lampenfiebers und habe eigentlich nie mit Auftrittsangst zu tun, aber auch ich versuche bei meinen Gesangsauftritten „nachzubereiten“. Ich singe die Lieder die beim Auftritt dran waren noch mehrere Tage danach mit voller Absicht und als ob der Auftritt noch vor mir stünde. Dann sind die Emotionen nicht mehr so hoch und mein Gedächtnis bekommt die Chance sich nicht nur an emotionsgeladene Proben zu erinnern. Versuchen Sie also, egal um was für einen Auftritt es sich bei Ihnen handelt, ihn nachzubereiten. Sie werden sicher eine Möglichkeit finden, sich noch ein wenig mit dem Auftritt zu beschäftigen :)

2. Achten Sie bereits in der Vorbereitung darauf, auch mal etwas Anderes zu tun.

Es ist nicht nur für die Kreativität wichtig, sondern auch für das Gedächtnis und vor allem für Sie: Tun Sie während der Vorbereitungen auch Dinge für sich! Gehen Sie spazieren, lesen Sie ein Buch das Nichts mit dem Auftrittsthema zu tun hat, entspannen Sie in einer Sauna, oder oder oder... tun Sie so viel wie irgendwie möglich für sich. Menschen die gut in dem sind was sie tun, sind dies auch, weil sie auf sich achten.

Und wenn Sie dies tun, dann haben Sie auch nach dem Auftritt noch Dinge, die Sie einfach so weitermachen können wie vor dem Auftritt. Das Leben geht eben auch nach dem großen Tag weiter, auch wenn man sich wochenlang nur auf dieses eine Thema konzentriert hat.

3. Verlängern Sie doch einfach!

Wenn auch Ihnen Ihr Auftritt eigentlich zu kurz ist, verlängern Sie ihn. Gehen Sie mit den Teilnehmern noch essen, genießen Sie noch ein paar Tage im Tagungshotel und lassen Sie sich verwöhnen, treiben Sie nochmal Sport, tun Sie etwas Schönes. Wenn Sie diese Dinge von Anfang an einplanen, geht erstens der Schrecken ein wenig flöten, was das Lampenfieber verringert, außerdem ist der Auftritt nicht so aprupt zu Ende und Ihre Gedächtnisse haben Zeit sich zu arrangieren.

4. Sollten Sie für Ihren Auftritt Dienstleister benötigen, zahlen Sie vorher!

Es klingt komisch, hilft aber. Als Sängerin, Workshopleiterin oder Ähnliches habe ich oft mit externen Dienstleistern zu tun, die mich unterstützen. Ich versuche immer, diese bereits vor dem Tag X zu bezahlen. Dann hab ich nicht noch tagelang nach dem Auftritt mit den Rechnungen zu tun und bekomme nicht das Gefühl, dass ich eigentlich nur Geld verpulvert habe :)

5. Kleckern, nicht klotzen!

Vor ein paar Tagen sagte ich zu Jemandem im Spaß: „Wie soll Jemand noch Etwas lustiges Schreiben können, wenn er schon ein Buch geschrieben hat? Schließlich ist ja dann Alles im Buch und nicht mehr im Kopf!“. Als Scherz gemeint hat dieser Spruuch doch eine gewisse Logik :)

Wenn Sie all Ihr Pulver bei Ihrem einen Auftritt verschießen, ist Nichts mehr für das danach übrig. Aber das brauchen Sie ja vielleicht nochmal. Vielleicht könnten Sie ein Buch zum Thema schreiben, Ihren Workshopteilnehmern anbieten Sie noch per E-Mail zu begleiten oder Ihre Konzerteinnahmen gleich für die passende CD verwenden? Bewahren Sie sich einiges Wissen auf und machen Sie mehr daraus. Schlie0ßlich stecken Sie gerade mitten in der Materie!

6. Machen Sie weiter!

Am wichtigsten: Machen Sie weiter. Suchen Sie sich neue Auftrittsmöglichkeiten, genießen Sie Ihre Auftritte. Und arbeiten Sie an Ihrem Lampenfieber!

 

Dies war nun der letzte Beitrag für das Monatsthema August. Lampenfieber. Ich bin sicher, ich konnte Ihnen ein paar Tipps geben, freue mich auf Ihr Feedback und hoffe, Sie können ein paar der Tricks umsetzen. Lampenfieber ist ganz normal und gut! Wenn Sie weitere Fragen zum Thema haben, noch mehr Tipps benötigen, schreiben Sie mir einfach! Unter delong@diekreativathletin.de erreichen Sie mich. Oder Sie kommen einfach zum Workshop „Lebendig präsentieren und moderieren“, der am 8. und 9. Dezember 2010 im schönen Bischofschloss in Markdorf stattfindet. In dem Workshop werden wir gemeinsam noch mehr Hilfen zum Thema Lampenfieber erarbeiten. Buchen Sie einfach per E-Mail, telefonisch unter 0 75 44 - 506 85 17 oder unter www.parkplatzweitervorn.de direkt online.

Ich freue mich auf Sie!

Kreisrunde Grüße

Friederike

 

 

 

 

Nun ist es soweit. Ihr Auftritt!

Newsroom - Lampenfieber

Da stehen Sie also nun. Ihr Auftritt ist gekommen. Egal ob es ein Meeting ist, ein Bewerbungsgespräch, ein Auftritt als Musiker, Redner, Trainer oder was auch immer... Sie sind aufgeregt. Sie wissen bereits, dass das vollkommen normal ist, also verhalten Sie sich auch so. Und ich kann Sie beruhigen: WIE aufgeregt Sie sind, wird in Ihrem Publikum Niemand mitbekommen, denn Ihnen kommt es viel schlimmer vor. Oder haben Sie schon ein Mal erlebt, dass Ihr Gegenüber Ihr Herz auch nur leise schlagen hörte wenn Sie das Gefühl hatten, es würde nicht nur bis zum Hals sondern mindestens noch zehn Kilometer um Sie herum schlagen?

Nein. Wunderbar :)

Lampenfieber (und bei diesem positiven Stadium sollten Sie angekommen sein mit all den Tipps und Tricks bis hier) kann aber auch während des Auftrittes immer wieder kommen, stärker werden. Also bekommen Sie heute ein paar Tipps von mir, wie Sie aufkeimende Auftrittsangst wieder zu positivem Lampenfieber verringern können.

1. Ommmmmmm. Entspannung.

Es klingt banal, aber es wird helfen: Fragen Sie sich kurz im Hinterkopf, ob Sie entspannt sind, bzw. was Sie dafür tun können entspannter zu sein.

  • Hängen meine Schultern locker herunter?
  • Stehe ich aufrecht ohne jegliche Schlagseite?
  • Habe ich mit beiden Fußsohlen wirklichen Bodenkontakt?
  • Hängen meine Arme locker ?
Wenn Sie auf diese Dinge achten, dann wird Ihnen die Entspannung auf der Bühne ein wenig leichter fallen. Und erinnern Sie sich doch einfach mal an den kleinen Trick mit dem emotionalen Anker, den ich Ihnen bereits vorgestellt habe: Legen Sie Daumen, Mittel- und Zeigefinger aneinander und schauen Sie in den kleinen Punkt, der dort entseht. Ihr Körper erinnert sich an den Zustand der Entspannung den Sie in der Vorbereitung erreicht haben und stellt diesen so gut wie möglich wieder her :)
2. Daumenkinomäßige Entfaltung.

Wir Lampenfiebertrainer wissen nicht genau, wieso es so ist, beobachten es aber immer wieder: Es macht deutlich ruhiger, wenn Sie sich an Etwas „festhalten“ können. Nun sähe es ziemlich bescheuert aus, wenn Sie sich an eine Wand klammern oder Ähnliches, aber es geht ja einfacher. Nehmen Sie einen Gegenstand mit auf Ihre Bühne. An diesem Gegenstan können Sie sich festhalten, auch wenn er ganz klein ist. Achten Sie aber darauf, dass Ihr Alibigegenstand ein Gegenstand ist, der auch logisch ist. Einen Kugelschreiber oder Ihr Lieblingsstofftier wird Ihnen zwar helfen, Ihre Teilnehmer sehen aber auch sofort, warum Sie diesen Gegenstand dabei haben.

Haben Sie aber einen Flipchartmarker in der Hand und benutzen das Flipchart (was Sie aus Lampenfiebersicht sowieso immer tun sollten, siehe auch Punkt 4), Moderationskarten oder zum Beispiel einen Gegenstand, den Sie im ersten Teil des Workshops einsetzen, dann wird Niemand merken, dass Sie den Gegenstand nur benutzen um Ihre Lampenfieber abzubauen.

3. Sie ihm in die Augen, Kleines!

Sie haben beim Smalltalk kurz vor dem Auftritt ja bereits ein, zwei drei Menschen ausgemacht, die Ihnen wohlgesonnen sind. Schauen Sie diesen jetzt ab und an in die Augen und läscheln Sie kurz. Dadurch machen Sie einen sympathischeren Eindruck auf Ihre Teilnehmer, Sie nehmen die Stimmung derjenigen auf und können reagieren und Sie selbst haben einen weiteren Anker in Ihrem Publikum, der Sie entspannter werden lässt.

4. Und hoch die Tassen... ach nein, das Bein!

Jetzt kommt das, was mir am allermeisten hilft und was meine Teilnehmer sicherlich bestätigen werden wenn Sie es lesen, obwohl Sie es bisher nicht wussten :)

Bewegung!!!

Sie wissen ja, Lampenfieber sind eigentlich nur die aufgestauten Stresshormone, die durch den Fight-of-Flight-Zustand entstehen. Diese kann man durch Bewegung abbauen. Also Bewegen Sie sich! Dazu ein paar kleine Tipps, wie ich das hinbekomme.

  • Bauen Sie funktionale Gestiken in Ihren Vortrag ein. Es wird Ihren Teilnehmern nicht auffallen, wenn Sie größere Gestiken machen als sonst. Und wenn Sie es doch mitbekommen, dann finden Sie es wahrscheinlich sogar gut, weil man diese Gestiken besser erkennt als kleine am oder nah vor dem Körper Winzinlingsgesten. Holen Sie also ruhig ein Mal aus :)
  • Benutzen Sie, gerade am Anfang eines Auftrittes Medien, die Sie zur Bewegung zwingen. Ein Flipchart an dem Sie die Agenda erklären, eine Kartenabfrage, ein kleines Spiel zum Auflockern aller Teilnehmer, oder was ich sehr gerne machen: ein roter Faden, den man durch den ganzen Raum spannt... alles das sind Mittel um Nervosität abzubauen. Denn Sie können sich von einem Fleck zum anderen bewegen, lenken die Aufmerksamkeit der Teilnehmer und können mit diesen kleinen Tricks alle Lerntypen mit ins Boot holen :)
5. Fehler gemacht. Na und?

Fehler sind menschlich. Wir alle machen Fehler. Eindeutig wirklich alle. Na und?

Sie sind schließlich kein Gehirnchirurg bei dem ein Fehler wahrscheinlich Jemandem das Leben kosten wird. Sie sind kein Mitarbeiter beim Atomkraftwerk der mit einem Fehler einen SuperGAU verursachen könnte. Also wieso nicht entspannen, Fehler machen und drüber lachen? Es gibt verschiedenste Möglichkeiten, auf fehler zu reagieren wenn man ihn auf der Bühne macht. Von „nicht anmerken lassen“ bis drüber lachen und sich selbst auf die Schippe nehmen ist wirklich Alles möglich.

Ich persönlich reagiere auf Fehler ganz unterschiedlich. ich bin aber auch nicht (mehr) sooo lampenfiebergeplagt. Wenn Sie noch nicht so geübt sind, dann schauen Sie doch einfach mal, wie Sie reagieren und was darauf folgt. Dies könnten Sie in einer Liste tun, in der Sie einfach wie folgt dokumentieren:


Hier schreiben Sie, wie Sie auf einen fehler reagieren Hier notieren Sie, was hilfreich daran war Hier die Bewertung von ganz mies (0 Punkte) bis Supertoll (10Punkte)
einfach nur lächeln und weitermachen Macht Spaß, ungewohnt und der Fehler war irgendwie nicht mehr so schlimm 6
Einfach drüberweglaufen und nichts anmerken lassen Hab mich wie Jemand auf dem Laufsteg gefühlt, aber sehr gut. Niemand hat was gemerkt. 8
Mich selbst auf die Schippe nehmen ... ...
... ...

...

 

Nach ein paar Auftritten, bei denen Sie die verschiedensten Möglichkeiten ausgewertet haben, wird es sicherlich ein wenig einfacher zu reagieren, weil Sie sich und die Teilnehmer besser kennenlernen. Und: Machen Sie solche Listen wirklich schriftlich und nicht im Kopf! Denn da vergisst man solche Dinge nur zu gerne wieder. Schließlich sind Sie außerhalb der Situation auch nicht so wichtig!

6. Machen Sie Pausen!

Die meisten Teilnehmer, egal welches Lerntyps werden es Ihnen danken, wenn Sie ab und an mal eine Pause einlegen. Und zwar nicht nur die, die Sie natürlich auf der Agenda eingeplant haben, sondern auch solche, in denen Sie als Auftretender weniger zu tun, dafür aber die Teilnehmer gefordert sind. Das können kleine Spiele, Einzelaufgaben oder auch einfach nur die Ansage sein „Wir legen jetzt eine Schweigeminute für die gerade aus dem Fenster geflogene Markerkappe ein“ sein. (Damit haben wir dann auch gleich eine weitere Möglichkeit gefunden, auf einen Fehler zu reagieren ;))

7. Haben Sie Spaß!!!!

 

Diesen Punkt lasse ich jetzt mal umkommentiert, denn er erklärt sich hoffentlich von selbst :)

Beim nächsten Blogbeitrag schauen wir dann noch, was Sie nach dem Auftritt tun können um weiterzulernen und das Loch nach Auftritten auszufüllen :)

Mit kreisrunden Grüßen

Friederike

 

Eine Stunde noch. Jetzt aber los :)

Newsroom - Lampenfieber

Nun ist es wirklich nicht mehr lange. Und Sie als Lampenfiebernder sind wahrscheinlich tierisch aufgeregt und würden am liebsten wegrennen. Aber das hatten wir bereits: Keine Lösung. Machen wir also lieber noch ein paar Dinge, die Ihr Lampenfieber in einen leistungssteigernden Bereich bringen :)

1. Rennen

Sie wissen ja, Ihr Körper ist fiebrig, weil er eigentlich fliehen oder kämpfen möchte. Er braucht also Bewegung. Wenn Sie noch circa eine bis eineinhalb Stunden Zeit haben ist es also sehr sinnvoll, erstmal Adrenalin abzubauen. Was immer Sie tun können um Dampf abzulassen: Tun Sie es! Treppen steigen, noch schnell einen Marathon laufen, im Tagungshotelpool 10 schnelle Kilometer schwimmen, was auch immer, Hauptsache Sie bekommen Bewegung. In meinen Seminaren zum Thema Präsentieren und Moderieren schlagen wir regelmäßig auf Polster und Kopfkissen ein. Ein Heidenspaß und das perfekte Mittel gegen die ganzen Stresshormone. :)

2. Entspannen

Ich persönlich bin vor allem wegen eines Punktes noch unentspannt vor einem Auftritt: Ich könnte Petersilie zwischen den Zähnen haben, meine Haare könnten bescheuert aussehen oder eine Laufmasche könnte meine Teilnehmer und mich ablenken. Außerdem weiß ich nicht, wie es Ihnen geht, aber ich schwitze nach dem Verausgaben :)

Also heißt die Devise: Nochmal duschen oder baden, Haare machen, die Auftrittskleidung anziehen, schminken, Zähne putzen, das Übliche eben. Damit Sie dann geschniegelt und gestriegelt vor Ihrem Publikum stehen und sich absolut wohl fühlen können in Ihrer Haut.

3. Die Kehle schmieren Teil 1

Auch Sie gebrauchen bei Ihrem Auftritt wahrscheinlich Ihre Stimme, oder? Dann begehen Sie bitte nicht den Fehler, Sie nicht zu benutzen. Wenn Sie gerade duschen oder beim Anziehen können Sie super Sprechübungen machen. Beginnen Sie damit langsam, auch wenn es ungewohnt ist und Sie meinen, Sie würden es nicht brauchen. Ihre Stimmlippen werden es Ihnen danken. Und denken Sie daran, die Grundanspannung Ihrer Muskeln beeinflusst auch Ihre Stimme!

  • Summen Sie ganz leise und nur für sich, während Sie mit der Hand von rechts nach links und umgekehrt sanft Ihre und Brust abklopfen. Dadurch wird Schleim gelöst. Und bitte: Räuspern Sie sich niemals. Das hat für Ihre Stimmlippen ungefähr den gleichen Effekt wie ein Auto dass mit 200Stundenkilometern gegen eine Mauer fährt. Gesund ist das jedenfalls nicht. ;)
  • Atmen Sie summend aus auf den Buchstaben m. Wenn Ihre Lippe kribbelt, machen Sie es genau richtig!
  • Nun atmen Sie summen auf den Buchstaben N aus. Hier ist es Ihre Zungenspitze die kribbeln sollte. Mit diesen Übungen öffnen Sie Ihre Resonanzräume.
  • Binden Sie nun langsam Vokale in Ihre Ns und Ms ein. Einfach indem Sie ganz ruhig mama, meme, mimi, momo, mumu, nana, nene, nini, nono, nunu summen.
  • Der nächste Schwierigkeitsgrad: Sprechen Sie ganz bewusst und übertrieben deutlich folgende Sätze:
  • - Meine Mama macht mir Marmelade
  • - Mümmelmann vernahm Hummelgesang
  • - Mannesmann macht manches möglich.
  • - Nenne niemandem meinen niedlichen Namen
  • Nun gähnen Sie mal ordentlich!
  • Während des Gähnens massen Sie jetzt Ihren Unterkiefer und sprechen „walisch“. Das heißt, Sie geben ganz hohe, mittelhohe und tiefe Töne ineinander übergehend von sich. Am besten kann Ihnen aber Dori das zeigen (bei 1:30 geht es los):
 
  • Nach dieser Runde walisch, schnappen Sie sich zu guter letzt einen Korken und nehmen ihn zwischen die Zähne. Sie haben ja sicher einen meiner früheren Tipps befolgt und Ihre Begrüßung auswendig gelernt. Denn diese sollten Sie jetzt mit diesem Korken zwischen den Zähnen sprechen. Danach wird Ihre Aussprache sehr viel deutlicher sein.
     
    Sollten Sie trotz aller Tipps Ihre Begrüßung noch nicht im Kopf haben, lesen Sie einfach folgendes Gedicht, das mir mal meine Großtante beibrachte und dessen Verfasser leider nicht wirklich bekannt ist, laut vor:

Dunkel war's, der Mond schien helle,
schneebedeckt die grüne Flur.
Als ein Wagen blitzesschnelle
langsam um die runde Ecke fuhr.

Drinnen saßen stehend Leute,
schweigend ins Gespräch vertieft,
als ein totgeschossener Hase
auf der Sandbank Schlittschuh lief.

Und auf einer roten Banke,
die blau angestrichen war,
saß ein blondgelockter Knabe
mit kohlrabenschwarzem Haar.

Neben ihm die alte Tante,
die kaum sechzehn Jahr alt war.
Und sie aßen Butterstullen,
die mit Schmalz bestrichen war`n.

Droben auf dem Apfelbaume,
der sehr süße Birnen trug,
hing des Frühlings letzte Pflaume,
und an Nüssen noch genug.

Von der regennassen Straße
wirbelte der Staub empor.
Und ein Junge bei der Hitze
mächtig an den Ohren fror.

Beide Hände in den Taschen.
hielt er sich die Augen zu.
Denn er konnte nicht ertragen,
wie nach Veilchen roch die Kuh.

Holder Engel, süßer Bengel,
furchtbar liebes Trampeltier.
Du hast Augen wie Sardellen,
alle Ochsen gleichen Dir.

Und zwei Fische liefen munter
durch das blaue Kornfeld hin.
Endlich ging die Sonne unter
und der graue Tag erschien.

Dieses nun gedicht´ hat Goethe,
abends in der Morgenröte,
als er auf dem Sofa saß,
und im Bett die Zeitung las.

  • Übrigens: Wenn Sie diese Übungen unter der Dusche machen, sollten Sie das gedicht vorher ausdrucken und laminieren. Statt des Korkens könnte auch Ihr Shampooflaschendeckel funktionieren :)
Die Kehle schmieren Teil 2

Gehen Sie nach diesen Übungen frisch angezogen und angehübscht in Ihren Raum. Sie sollten vor den Teilnehmern eintreffen, noch ein Mal die Lage sondieren und dann die Teilnehmer begrüßen. Dies hat mehrere Vorteile.

1. schmieren Sie Ihre Kehle mit dem Smalltalk

2. lernen Sie die Teilnehmer bereits ein wenig kennen.

3. können Sie sich schon mal ein bis zwei wohlgesonnene Menschen raussuchen, die Sie im Vortrag immer mal wieder ansehen oder einbeziehen

Also, reden Sie mit den Teilnehmern, seien Sie einfach nett und freundlich und aklimatisieren Sie sich. Aber meiden Sie bitte beim Smalltalk folgende Themen: Religion, Politik, Moral, Geld und Sex. Greifen Sie lieber auf unverfängliche Themen zurück wie aktuelle Ereignisse, die Anreise, das Wetter, Interessen, Arbeit und Geschmacksfragen. Sie wissen ja, über Geschmack lässt sich nicht streiten.

Und noch mal auf Achse.

Wenn alle Teilnehmer da sind, Sie das eine oder andere unverfängliche Gespräch geführt haben, und trotzdem total aufgeregt sind, kann ein kleiner Trick helfen: Begrüßen Sie die Teilnehmer, fragen Sie ob alle mit Getränken etc. versorgt sind und gehen Sie dann ganz kurz aus der Tür so dass die Teilnehmer Sie nicht mehr sehen (Sie können dabei ruhig vortäuschen Sie wollten kurz Etwas gucken und dann die Tür schließen), hüpfen Siedrei mal auf und ab, atmen Sie tief durch und beginnen Sie erst dann richtig mit Ihrem Vortrag. Ihr Körper kann durch dasHüpfen wieder ein paar Stresshormone abbauen, was das Lampenfieber senkt.

 

So. Das war jetzt kurz vorher. DSer nächste Blogbeitrag zum Thema Lampenfieber befasst sich dann mit Tipps und Trick während des Auftrittes. Ich freue mich schon.

Mit kreisrunden Grüßen

Friederike

 

 

Jetzt wird es ernst. Nur noch wenige Stunden!

Newsroom - Lampenfieber

Nun ist es also bald so weit. Sie sind aufgestanden, der erste Tee ist bereits getrunken, Sie haben noch ein paar Stunden bis es soweit ist. Und das Lampenfieber geht spätestens jetzt los. Oh Mann!

1. Der Platzhirsch und so.

Wenn Sie noch nicht in „Ihrem“ Raum waren, dann gehen Sie jetzt endlich dorthin. Schauen Sie sich um und tun Sie all das, was Sie ruhiger macht. Lesen Sie dazu bitte meinen Eintrag vom 15.08.2010.

Jetzt erweitern Sie dieses Platzhirschgehabe noch um weitere Vorbereitungen: Teilnehmerunterlagen austeilen, Mikrofone und Technik installieren, mit dem Haustechniker reden oder wahlweise flirten *grins*. Ihre Werbematerialien austeilen, was immer Sie noch tun müssen, damit Alles wirklich fertig ist. Machen Sie all dies so frühzeitig wie möglich. Es gibt kaum Etwas was Sie mehr beruhigen wird :)

2. Atmen

Sie werden es kaum glauben, aber atmen ist wichtig :)

Beim ersten der Lampenfieberbeiträge habe ich erklärt, was mit unserem Körper passiert wenn wir in einer Fight-of-Flight-Situation sind zu denen auch Auftritte gehören. Unter anderem werden in diesem Zustand alle Muskeln des Körpers in die Bereitschaft versetzt jetzt sofort zu kämpfen oder zu fliehen. Daher schraubt der Körper die Muskelgrundspannung nach oben. Und da auch die Lunge von Muskeln geführt wird, wirkt sich die Aufregung auch darauf aus. Sie kennen das sicher: Ihr Atem wird irgendwie flacher.

Es gibt Atemübungen, die dem entgegenwirken bzw. Ihnen helfen können. Hier ein paar kleine Beispiele für Übungen, die Sie gut im Sitzen durchführen können.

  • Stampfen Sie 15 mal fest mit den Füßen auf den Boden. Dies regt das Zwerchfell an wieder mehr zu tun und durch die Muskelbewegung wird das Atemzentrum stimuliert. Außerdem wird durch jede Bewegung ein Teil der Stresshormone abgebaut, die Ihr Körper ausschüttet.
  • Halten Sie nacheinander jedes Bein ca. 15 Sekunden waagerecht in die Luft. Dies engt die Atmung im Unterbauchbereich ein und das Zwerchfell reagiert beim Runternehmen mit vermehrter Aktivität in diesem Bereich.
  • Beugen Sie ca. 15 Sekunden Ihren Oberkörper nach lassen Sie Ihre Arme hängen. Durch diese Haltung wird die Bauchatmung unterdrückt was dazu führt, dass man vermehrt in den Brustkorb und den unteren Rücken atmet. Wenn Sie sich nun wieder aufrichten, wird wieder Platz im Unterbauch, der vom Zwerchfell automatisch wieder genutzt wird. Sie atmen tief in den unteren Bauch.
  • Stellen Sie sich vor, Sie stünden mitten auf einem Apfelbaum und pflücken Äpfel. Erst oben, dann rechts und links, hinter dem Körper und wieder oben. Strecken und recken Sie sich so richtig im ganzen Körper. Dadurch dehnen Sie Ihren Atemapparat. 
  • Jetzt zum Schluss stampfen Sie einfach noch 15 mal mit den Füßen kräftig auf den Boden. Und schon sind Sie viel frischer als vorher und können tief durchatmen :)
3. Und los!

Jetzt sind Sie erstmal gewappnet und haben noch einige Stunden Zeit bis es soweit ist. Denken Sie daran: Niemand will Ihnen Etwas Böses, Sie haben an Alles gedacht, Sie sind gut vorbereitet und Alles wird gut gehen. Ihr Chef wird Sie Lieben, Ihre Kunden werden. Ruhen Sie sich noch eine Runde aus, machen Sie einen Spaziergang, essen Sie eine Kleinigkeit. Es wird schnell genug Ernst genug :)

 

Und beim nächsten Blogeintrag zum Thema Lampenfieber schauen wir, was Sie genau vor Ihrem großen Moment tun können um aus der Auftrittsangst ein positives Lampenfieber zu machen :)

Kreisrund

Friederike


 

  • Stellen Sie sich vor, Sie stünden mitten auf einem Apfelbaum und pflücken Äpfel. Erst oben, dann rechts und links, hinter dem Körper und wieder oben. Strecken und recken Sie sich so richtig im ganzen Körper. Dadurch dehnen Sie Ihren Atemapparat. 
  • Jetzt zum Schluss stampfen Sie einfach noch 15 mal mit den Füßen kräftig auf den Boden. Und schon sind Sie viel frischer als vorher und können tief durchatmen :)
 

Nur noch 24 Stunden!

Newsroom - Lampenfieber

So, nun ist es gar nicht mehr so lange bis zu Ihrem Auftritt. Und es wird immer schlimmer. Am allerliebsten würden Sie wegrennen. Oder eben doch das Publikum erschlagen. Aber ich versichere Ihnen: Beides ist keine besonders gute Idee!!! Tun Sie lieber noch mehr gegen Ihr Lampenfieber. Heute also Dinge die relativ kurzfristig erledigt werden können um die gefahren der Auftrittsangst zu erliegen zu mindern.

1. Gestatten: Hirsch. Platz Hirsch.

Die meisten Dinge die man in Seminaren lernt hat man so oder ähnlich schon ein Mal gehört. Nur vergisst man sie und macht sie selten. Das dürfte wahrscheinlich auch für diesen Punkt gelten. Werden Sie Platzhirsch!

In den meisten Fällen werden Sie frühzeit, wenn nicht sogar am Abend vor dem Termin bereits den Raum aufsuchen können in dem Ihr Auftritt steigt. Ich achte bei einem ersten Eintreffen immer auf folgende Dinge:

  • Wo möchte ich stehen, wo fühle ich mich am sichersten?
  • Wo stehen Flipchart, Pinnwände, Beamer und Co.? Und sind es genug?
  • Stehen die Tische und Stühle da wo ich sie haben will? Ich scheue mich da absolut nicht, nochmal zu rücken was das Zeug hält :)
  • Wo kann ich mein Zeugs relativ unbemerkt unterbringen? (Ich bin in diesem Punkt perfektionistisch, ich mag nicht wenn mein Krank offensichtlich irgendwo rumfliegt)
  • Haben Sie Tische für Ihre Werbematerialien?
  • Wo ist „meine“ Bühne, also von wo bis wo darf ich laufen so dass mich alle sehen und gut hören können?

Ich kläre wenn möglich wie gesagt bereits am Abend vorher all diese Dinge und schleime mich noch ein wenig beim Haustechniker ein, damit wir uns gut verstehen :) Das kann wahrlich Wunder wirken. Sollte dies alles nicht am Vorabend möglich sein, so seien Sie wenigstens so früh wie möglich vor Ort. Alles adäquat vorzubereiten und dann noch einen kleinen Zeitpuffer zu haben in dem Sie Etwas völlig Anderes machen nimmt einen großen Anteil der Spannung, einfach weil Sie quasi Ihr Revier markieren. (Sie können an diesem Abend natürlich auch bereits vorbereiten was man sonst erst relativ kurz vor dem Termin macht, ich splitte dies aber meistens lieber um mehr Ruhe reinzubringen.)

 

2. Lesen. Nochmal.

Am Abend vor dem Termin nachdem ich mein Revier markiert habe, lese ich noch ein letztes Mal, was ich so machen will bei meinem Vortrag, packe Alles was ich dazu brauche zurecht (wenn es nicht schon im Raum ist) und mache dann etwas Anderes. Manchmal ist es ein gutes Buch was Nichts oder nur sehr entfernt mit dem Thema zu tun hat (sonst bekommt man schnell das gefühl man müsse unbedingt noch dies oder Jenes berücksichtigen) oder ich gehe zum Beispiel in die Sauna oder so Etwas. Mir fällt es nämlich oft schwer dann noch zu warten wenn schon alles vorbereitet ist :)

Da kann auch ein Flirt in der Tagungshotelbar mal nicht schaden. Aber gehen Sie lieber frühzeitig und allein ins Bett, Ihr Kopf wird es Ihnen sonst übel nehmen wenn Sie am Abend plötzlich wieder Alkohol trinken, zu viel essen und... naja, das schreib ich jetzt mal nicht :)

3. Entspannen

Es gibt so Dinge, für die ernte ich immer wieder Lacher. Eines davon ist das, was mich am allermeisten entspannt, wovon ich am allerbesten einschlafen kann, egal wie aufgeregt ist bin. Benjamin Blümchen Kasetten. Lachen Sie ruhig, ich bin daran gewöhnt.

Ich wette, auch Sie haben Etwas, was Sie ganz besonders entspannt, was Ihnen beim einschlafen hilft und Sie zur Ruhe bringt. Egal was es auch ist (oft hilft da das Suchen in der Kindheit), machen Sie es einfach. Es wird Ihnen als Fiebernden helfen :)

 

Jetzt ist es nicht mehr lang :)

Kreisrunde Grüße

Friederike

 

 

 
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